Prostitution - das uralte Gewerbe
Prostitution bedeutet wörtlich „zur Schau stellen“ und bezeichnet
die - zumeist von Frauen angebotene - bezahlte sexuelle
Handlung. In nahezu jeder Kultur wird Prostitution ausgeübt, wobei
die soziale und gesellschaftliche Akzeptanz große
Unterschiede aufweist. Bereits aus antiker Zeit sind Berichte
überliefert, in denen von Frauen die Rede ist, welche gegen
Geschenke oder Bezahlung sexuelle Dienste anboten. Im antiken
Griechenland bestand ein Unterschied zwischen der einfachen Porna
(Hure) und der Hetäre (Gesellin), die neben der sexuellen
Befriedigung die Aufgabe der Unterhaltung zu erfüllen hatte. Von der
Hetäre wurde erwartet, dass sie gebildet, charmant und amüsant war.
Dennoch hatte sie keinen gesellschaftlichen Rang. Auch die
Bibel steht der Prostitution zwiegespalten gegenüber. Wird in den
Paulusbriefen ein deutliches Verbot der Prostitution
ausgesprochen, so wird im Alten Testament einem Witwer der
Bordellbesuch durchaus nachgesehen. Seit Beginn der
Industrialisierung im 19. Jahrhundert waren immer mehr Frauen aus
armen Verhältnissen gezwungen, ihren Körper zu verkaufen.
Oftmals übten sie diese Tätigkeit neben ihren gering bezahlten
Berufen, wie Dienstmädchen, Blumenfrau oder Wäscherin aus. Durch
die rasch zunehmende Zahl an Prostituierten, sahen sich immer mehr
Regierungen dazu in der Situation, durch das Verbot der
Prostitution reglementierend einzugreifen. Dieser Umstand
verschärfte die gesellschaftliche Ächtung der Frauen. Zugleich aber
wurden sie so zu begehrten wie verachteten Objekten vieler Männer.
Prostitution: Der Verbot der Prostitution
Bis in die heutige Zeit ist der Umgang mit Prostituierten
indifferent. Nach wie vor ist sie in vielen Staaten verboten, wobei
sie dort dennoch ausgeübt wird. Oftmals begeht in diesen
Fällen nicht nur die Prostituierte eine Straftat, sondern auch der
Freier, der sie aufsucht.
In Deutschland ist die Prostitution generell nicht strafbar sondern
geduldet und gilt als Ordnungswidrigkeit, solange
gewährleistet ist, dass die Frauen aus eigenem Willen ihrer
Tätigkeit nachgehen und die Volljährigkeit erreicht haben. Die
Verrichtung von Prostitution gibt es in unterschiedlichen Varianten,
die eng mit der sozialen Herkunft und dem Bildungsgrad der
Prostituierten zusammenhängt. In vielen Städten hat sich der so
genannte Straßenstrich etabliert. Hierbei bieten einzelne Frauen
ihre Dienst an mehr oder weniger offiziell bekannten öffentlichen
Plätzen feil. In ländlicheren Gegenden kommt es vor, dass die
Prostituierten an Raststellen, Parkplätzen und Landstraßen in
Wohnwagen auf ihre Freier warten. Für die Nutzung von
Räumlichkeiten in Bordellen zahlen die Frauen zumeist einen
bestimmten Geldbetrag, der ihnen im Gegenzug saubere
Arbeitsbedingung und Schutz gewährt. Eine Abwandlung des klassischen
Bordells sind Laufstraßen genannte Einrichtungen, wie
beispielsweise die Herbertstraße in Hamburg. Dort präsentieren sich
die Prostituierten in schaufensterähnlichen Räumen den
vorbeigehenden Männern und offerieren ihre Dienste. Eine weitere
Möglichkeit, bezahlten Sex anzubieten sind Zeitungsanzeigen die sich
neben dem
Tageshoroskop befinden können, in
denen die Frauen auf sich aufmerksam machen und nach
Terminvereinbarung ihre Kunden in privaten Wohnungen treffen. Häufig
bezeichnen sich diese Frauen als Edelprostituierte und verlangen
entsprechenden höhere Preise als ihre Kolleginnen.
Prostitution: Zunahme von Zwangsprostitution
In den
letzten Jahren ist ein Zunehmen von Zwangsprostitution zu
beobachten. Unter Einsatz von körperlicher Gewalt zwingen Zuhälter
Frauen, ihren Körper zu verkaufen. Nicht selten werden die Frauen
aus armen Verhältnissen unter falschen Versprechungen aus
ihren Heimatländern nach Deutschland gelockt. Dort angekommen,
werden ihnen die Papiere abgenommen. Auf diese Weise vollkommen
abhängig von den Zuhältern, werden sie durch wiederholte
Vergewaltigungen und Schläge gefügig gemacht und zur Prostitution
gezwungen. Aus diesen Abhängigkeitsverhältnissen finden die Frauen
nur schwer einen Ausweg.
Im Drogenmilieu gilt die Prostitution als Mittel der
Suchtfinanzierung. Die Abhängigen – oftmals auch junge Männer, die
sich
männlichen Freiern anbieten – arbeiten unter gefährlichen
Bedingungen. Die Freier nutzen die Abhängigkeit der Prostituierten
oftmals aus, verlangen ungeschützten Sex, wodurch sich
Geschlechtskrankheiten verbreiten können, oder verweigern die
Bezahlung.
In Deutschland arbeiten nach Schätzungen etwa 400 000 Prostituierte.
Seit den 1990er Jahren mehren sich die Stimmen, welche die Anerkennung von Prostitution als Beruf fordern und so die Sicherheit
von Prostituierten erreichen wollen.